Das Projekt untersucht, was mit alten Gebäuden und Gebäudekomplexen im 18. und 19. Jahrhundert passierte, wie sie genutzt wurden, wie man ihre Geschichtlichkeit und Geschichtenhaftigkeit wahrnahm – und davon ausgehend welche Handlungsspielräume Gebäude selbst hatten. Die Arbeit orientiert sich an Theoriemodellen zur Akteurschaft von Dingen und medientheoretischen Ansätzen. Diese sind keine unabhängigen Analy-seinstrumente der Jetztzeit, sondern müssen dynamisch als über die Jahrhunderte Entstehende interpretiert und rekonstruiert werden. Jenseits einer biographistischen Wissensgeschichte kann anhand der Rezeptionsgeschichte von Gebäuden eine Archäo- logie der materialfixierten Geschichtstheorie beobachtet werden, die sich in Abgrenzung zur Geschichtsphilosophie formiert. Gebäude als Medien gelesen, verorten diese zwischen Material und Narrativ – dies erlaubt die interpretierte Botschaft ‹Vergan-genheit› vom wirklichen Sender ‹Vergangenheit› zu unterscheiden, eine epistemische Differenz, welche die Rezipienten im 18. und 19. Jahrhundert je nach institionellem, habituellem und konfessionellem Hintergrund divergierend zogen oder verwarfen.
Academic writing genre
PhD thesis
Status
laufend/en cours
Lecturer name
Prof.
Monika
Dommann
Institution
Historisches Seminar
Place
Zürich
Year
2022/2023
Abstract